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Feature: Cosmo Klein

Hornbrille, Hut & Gitarre – so hat man Cosmo Klein in Erinnerung. Als ich mich am vergangenen Freitag im Rahmen der Partyreihe Candy Shop mit dem Musiker in Köln getroffen haben war klar, dass Cosmo seinem Look treu geblieben ist. Sein Stil hat sich jedoch stetig weiterentwickelt. Bei ein paar Kölsch haben wir nicht nur über seine Vergangenheit und Zukunft gesprochen, sondern auch über die grandiose Kooperation mit dem Duo Mynga aus München.

Vom Popstar zum Phunkguerilla-Kämpfer

Cosmo Klein sitzt mit Buddy und Fahrer Kai in seinem roten Wohnwagen und spielt gerade ein paar Töne auf seiner Gitarre, als ich den amerikanischen Automobilklassiker betrete. Nach einigen kurzen Anekdoten über das alte Gefährt und abenteuerliche Pannen auf europäischen Autobahnen, lege ich mein Diktiergerät auf den Tisch, stoße mit den Jungs an und lausche dem interessanten Werdegang des Berliner Musikers.

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»Ich war relativ konsequent. Hab‘ die Schule abgebrochen und Musik gemacht.«

Über 11 Jahre ist es jetzt her, dass Cosmo Klein mit »All I Ever Need« die deutschen Charts gestürmt hat – sein Werdegang zum Popstar klingt dabei wie in Klischee. „Ich war damals Straßenmusiker, ein inspirativer Künster und total überzeugt, dass man nicht studieren darf.“ In dieser Zeit schrieb er mit »Party Train« „den Hit“, der leider bis heute unveröffentlicht ist, aber dafür dem jungen Cosmo Klein seinen ersten Plattenvertrag einbrachte – bei den Jungs, die damals auch die deutschen Sänger Sasha und Ben vertreten haben. Für Cosmo war jedoch relativ schnell klar, dass die Pop-Schiene nicht sein musikalisches Zuhause ist, obwohl er „wahnsinnig viel gelernt hat“ und diese Erfahrung nicht missen will. „Ich habe meine Popkarriere dann aktiv beendet, habe gesagt: Das ist mein letztes Konzert und danach mache ich nur noch mein Ding.“ Was danach folgte, war ein sehr persönliches Projekt für Cosmo, das er zusammen mit den „geilsten Jungs in Deutschland, die man für so ein Projekt gewinnen kann“ umsetzte: Phunkguerilla. Ein Mischung aus Funk & Soul, die stets den Groove der Musik fokussiert.

Raus in die weite Welt dank »Beautiful Lie«

Doch auf ein bestimmtes Genre will sich der Berliner auch nach dem Ende seiner Popkarriere nicht festlegen: „Ich mag jegliche Musik, die einen Vibe hat. »Happy« zum Beispiel – ich mag den Song. Pharell hat da einen wirklich grandiosen Track produziert, der einfach gute Laune transportiert und nicht umsonst ein weltweiter Erfolg war.“ Sein persönliches »Happy« produzierte Cosmo im Jahr 2008 mit DJ KeeMo. Die gemeinsame House-Single »Beautiful Lie« wurde sein internationaler Durchbruch und bescherrte Cosmo Klein die erste Nummer 1 – im Jahr 2010 in den portugiesischen Charts. „Der Erfolg in Portugal kam relativ unerwartet, aber für mich zum absolut richtigen Zeitpunkt – auch Künstler müssen ein, zwei Rechnungen bezahlen. Vorher war ich vorwiegend in Deutschland unterwegs. »Beautiful Lie« hat meine Karriere internationalisiert. Und ich freue mich, dass ich auch heute noch die Möglichkeit habe in Portugal und Brasilien zu spielen.“ Cosmo Klein eroberte von nun an seine „kleine Parallelwelt“ – die der elektronischen Musik. „Kurze Zeit später wurde »Feel Alive« veröffentlicht, eine progressive Produktion zusammen mit Jean Elan, wodurch sich Cosmo in der Szene weiter etablieren konnte. Es folgten Releases bei WePLAY, RUN DBN, Pacha Records und nun seine hoch-antizipierte Kooperation mit dem Duo Mynga aus München.

»Love at first sight. Die Jungs sind einfach cool.«

Auch wenn die elektronische Musikszene momentan enorm von Soundcloud und YouTube profitiert – viele Kooperationen und Karrieren starten mittlerweile online – verlief die Produktion von »Back Home« doch eher analog: „Vom Verlag bekam ich einige Demos von Mynga und ich fand zwei Produktionen auf Anhieb einfach richtig geil. Dann habe ich die Jungs zu mir nach Berlin eingeladen und es passte einfach sofort – auch wenn uns etwas 10 Jahre trennen. Aber Alter spielt in der Musik keine Rolle – das ist ja das Tolle daran.“ Und die aktuelle Single war und soll nicht die letzte Zusammenarbeit bleiben. Im Frühjahr remixten Mynga den Track »Diggin For Gold« von Cosmo„Wir arbeiten gerade jeder an unserem Solo-Album und ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns gegenseitig featuren.“ 

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Neues Album und Jam Session mit Megastar Prince

Die nächsten Jahre von Cosmo Klein werden wohl auch weiter erfolgreich, bunt und abwechslungsreich bleiben. Sein viertes Album – das entweder „deep oder derbe deep“ sein wird – soll am Anfang des nächsten Jahres veröffentlicht werden und in Anbetracht der anhaltenden Krise der Musikbranche wird er marketing-technisch – genau wie viele Kollegen – auf soziale Netzwerke und den viralen Effekt des Internets zurückgreifen – ob das ein Vorteil für junge Musiker ist? „Härter war es damals nicht. Wir haben einfach Flyer verteilt. Kommunikation gab es auch vor Facebook.“

Und dann ist da noch sein großer Traum, sein „All Time Big Dream: Eine Jam Session mit Prince wäre der Oberhammer. Nicht nur, weil er einer der letzten wirklich Großen ist, sondern auch weil er Vorreiter war, wenn es darum ging elektronische Musik in der Popszene zu etablieren.“ Prince war und ist eine große Inspiration für Cosmo Klein und seine Musik. Und man kann froh sein, dass es die gibt, denn der 15-jährige Cosmo hatte ganz andere Pläne: „Damals hatte ich noch die Illusion studieren zu müssen – weil man das ja so macht. Und da der Vater meiner damaligen Freundin Arzt war und ich das total faszinierend fand, war mein großes Ziel die Medizin“ Danke für die Zeit, Dr. Cosmo Klein.

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